Die Abgabe von ADHS-Medikamenten wie Ritalin steigt in der Schweiz stetig an. Das zeigt eine Auswertung der Krankenkasse Helsana für die Jahre 2006 bis 2009. Im Jahr 2009 bezogen insgesamt 5100 Versicherte der Helsana Ritalin oder ähnlich wirkende Medikamente mit dem Wirkstoff Methylphendiat, dies entspricht einem Versichertenanteil von 0,37 Prozent und somit 42 Prozent mehr als im Jahr 2006.
Hochgerechnet auf die Schweiz nahmen 2009 29'000 Menschen Methylphendiat, wobei die meisten Kinder zwischen 7 und 18 Jahren waren.
Auffällig ist auch die Zunahme bei Erwachsenen im mittleren und höheren Jahren. Der Anstieg beläuft sich je nach Geschlecht, Alter und Altersklasse auf 58 bis 131 Prozent. Hierbei wird auch auf eine Zunahme des Missbrauchs als Aufputschmittel getippt.
Verschrieben werden können die Medikamente durch Psychiater, Kinder- und Jugendärzte und Kinderpsychiater, jedoch auch von Chirurgen.
Der anhaltende Angstieg des Ritalin Verbrauchs soll nun jedoch gebremst werden, so fordert das Bundesamt für Gesundheit. Die Verschreibung der ADHS- Medikamente soll limitiert werden, um weitere Fehldiagnosen zu vermeiden. Zur Diskussion steht insbesondere, ob künftig Krankenkassen nur noch zahlen sollen, wenn Fachhärzte wie Pädiater oder Psychiater ADHS- Präparate verschreiben. Nicht nur die Schweiz ist bemüht den Konsum zu bremsen, auch in der EU sind ähnliche Bestrebungen im Gange. In Deutschland wurde beispielsweise vor kurzem eingeführt, dass nur Spezialisten für Verhaltensstörugen ADHS- Medikamente verschreiben dürfen.
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Die-Schweiz-das-Land-der-RitalinKinder/story/10317423 (1.5.2012)
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Bald-duerfen-nur-noch-Spezialaerzte-Ritalin-verschreiben-/story/18707377 (1.5.2012)
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